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Das Kopftuch bzw. der Schleier ist auch im Christentum nicht unbekannt - neben einigen Mädchen und Frauen, die Kopftuch tragen, sind es vor allem die Nonnen und Ordensschwestern, die einen Schleier tragen.
Die Nonne oder Ordensschwester
Eine Nonne - (weibliche Form von grie./lat. nonnus: Mönch) oder Ordensschwestern ist eine unverheiratete Frau, die ihr Leben Gott und den Dienst am Menschen geweiht hat.
Im Christentum gibt es Nonnen und Ordensschwestern in den katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirchen.
Nonnen und Ordensschwestern unterscheiden sich darin, daß die Nonnen in so genannter päpstlicher Klausur in einer mönchischen Ordensgemeinschaft leben und den kösterlichen Bezirk nur mit vorheriger Erlaubnis verlassen dürfen, während die Ordensschwestern zwar einer Ordensgemeinschaft angehören, aber nicht in Klausur leben.
Von den Nonnen und Ordensschwestern sind die weiblichen Angehörigen katholischer Säkularinstitute, die Beginen und die (protestantischen) Diakonissen zu unterscheiden. Daneben gibt es auch noch buddhistische Nonnen (Bhikkhuni), die jedoch keine Kopfbedeckung tragen.
Nonnen und Ordensschwestern haben jeweils ein feierliches Gelübde abgelegt, mit dem sie an Gott, an die katholische, orthodoxe oder anglikanische Kirche und an ihre jeweilige Gemeinschaft gebunden sind. Durch ihr Gelübde unterstehen sie ihrer Äbtissin oder Priorin.
Zu den besonderen Pflichten der Nonnen und Ordensschwestern gehört das beständige Gebet im Auftrag der Kirche, etwa das Stundengebet im Chorraum einer Kirche.
Darüber hinaus nimtm der Dienst am Menschen einen großen Platz in ihren alltäglichen Pflichten ein, etwa die Kranken- oder Altenpflege, der Betreuung oder das Unterrichten von Kindern, die missionarische Betreuung von Armen, Schwachen und Unterdrückten usw. Nicht wenige von ihnen kümmern sich um Prostituierte, Drogenabhängige usw.
Der Schleier
Eingeführt wurde die Tracht der Nonnen und Ordensschwestern nicht zuerst im Hinblick auf religiöse Vorschriften, sondern im Hinblick auf die früher übliche Kleidung ehrbarer, verheirateter Frauen nach römischer bzw. griechischer Tradition (die so genannte matrona bzw. mater familias).
Um die unverheirateten Nonnen und Ordensschwestern mit ehrbaren Ehefrauen gleichzustellen, haben sie ihre Tracht getragen.
Das hat sich später mit den evangelischen Diakonissen wiederholt, hier allerdings mit einem Häubchen anstelle des Schleiers.
Heute ist die Tracht einer Nonne eher eine Art "Berufsbekleidung", freilich mehr auf eine Berufung hindeutend als auf einen ausgeübten Beruf.
Allerdings tragen heutzutage nicht alle Nonnen und Ordensschwestern einen Schleier, viele tragen "zivil". Auch die weiblichen Angehörigen der katholischen Säkularinstitute tragen für gewöhnlich keine Kopfbedeckung, sondern gewöhnliche Kleidung.
Der Schleier in konservativen Kreisen
In einigen konservativen christlichen Kreisen tragen Mädchen und Frauen Kopftuch oder Schleier, sehr selten auch einen Gesichtschleier. Mit der Tracht der Nonnen und Diakonissen hat das allerdings nichts zu tun.
Dies wird meist mit Bibeltexten wie z.B.
1. Korinther 11,2-16
begründet, wobei der Text dann nach Meinung der meisten Theologen falsch interpretiert wird (die Anweisung war an eine bestimmte kulturelle Situation gebunden, wie sie in Korinth gegeben war - korrekt interpretiert man diesen Text dann so, daß Christen sich kulturellen Begebenheiten ihrer Umwelt anpassen sollen).
In Deutschland findet man den Schleier in manchen fundamentalistischen Kirchen bzw. freikirchlichen Gemeinden oder bei Christen mit Migrationshintergrund. Oftmals wird er allerdings nur während des Gottesdienstes getragen, nicht aber im Alltag.
Der Schleier bei Hochzeit und Trauer
Manchmal sieht man im Westen den Schleier anläßlich einer Hochzeit oder einer Beerdigung. Diese Schleier bedecken das Gesicht und sind dabei meist durchscheinend. Der Brautschleier ist in der Regel weiß, der Trauerschleier schwarz.
In beiden Fällen handelt es sich um einen nicht religiös begründeten bzw. nicht auf die Bibel zurückgehenden Brauch - der Brautschleier hat seine Wurzeln in der Antike und findet sich retwa auch bei Bräuten im alten Rom, der Trauerschleier, den manche Witwen und verwaiste Töchter tragen, soll wohl vor allem die Gefühle der trauernden Frauen verdecken. |
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