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Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der "Frankfurter Neuen Presse" im Zusammenhang mit der mittlerweile erhitzt geführten Debatte um eine Angestellte, die sich aus religiösen Gründen komplett verschleiern will, haben bisher 90 % die Meinung geäußert, im Bürgeramt der Stadtverwaltung dürfe keine verschleierte Frau arbeiten, da dies die höchst deutliche Integrationsverweigerung darstelle.
Immerhin 7 % wollen es allerdings grundsätzlich erlauben, jedoch dürfe eine verschleierte Frau keine öffentliche Funktion für das Amt oder die Stadt ausüben. Lediglich 3 % sind der Überzeugung, es müsse respektiert werden, wenn der Schleier aus religiösen Gründen getragen werde.
In Frankfurt am Main dürfte es übrigens eine ziemlich große Zahl komplett verschleierter Frauen geben. Die Webseite ThisIsMyChoice listet derzeit 109 Frauen aus Frankfurt, die freiwillig Hijab oder Niqab tragen. Schätzungsweise 10 % von ihnen, also etwa elf Frauen, tragen einen Niqab.
Wenn man nun, was durchaus realistisch ist, annimmt, daß diese Webseite rund 3 % der komplett verschleierten Frauen in Deutschland erreicht, dann stehen diese elf Frauen für gut 360 komplett verschleierte Frauen in Frankfurt.
Geht man nun davon aus, daß jede dieser Frauen verheiratet ist und zwei Kinder hat, so kann man von gut 1.400 Personen ausgehen, die in Haushalten leben, in denen der Schleier selbstverständlich ist.
Natürlich beruhen alle diese Zahlen auf Schätzungen und sind sehr anfällig für Fehler. Vielleicht sind es nur 1.000 Personen - vielleicht aber auch 1.800. In jedem Fall haben es die Frankfurter nun in der Hand, welches Signal sie an diese ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger schicken wollen. Bisher sieht es sehr nach einem stänkernden "ihr seid uns nicht willkommen" aus.
Das wird letzten Endes nur dazu führen, daß sich diese Menschen von der Gesellschaft, die sie ablehnt, abgrenzen werden. Die Gewinner sind in jedem Fall die Radikalen. Sie können von der Haltung der Frankfurter nur profitieren.
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