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Bosnien-Herzegowina: Parlament debattiert über Burkaverbot PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - News
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 09:42 Uhr

Das bosnische Parlament hat am gestrigen Dienstag über ein Burkaverbot, das für den gesamten öffentlichen Raum gelten soll, debattiert. Treibende Kräfte hinter der Verbotsforderung sind bosnisch-serbische Politiker.Sie fordern eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro oder eine Haft von ein bis sieben Tagen, falls eine Frau sich dem Verbot in der Öffentlichkeit widersetzen würde.

Wie in anderen Ländern auch, soll das Schleier-Verbot komplett verschleiert werden - im Gesetz wäre nicht vom Islam, von muslimischen Frauen oder vom Schleier die Rede, sondern von Bekleidung, die es unmöglich mache, Personen an öffentlichen Orten zu identifizieren. Daß es ein solches Gesetz niemals geben würde, gäbe es keine sich verschleiernden muslimischen Frauen, kann dabei freilich nicht verschleiert werden.

Im alten Jugoslawien hatte es seit 1950 ein Burkaverbot gegeben. Seit den 90er Jahren nimmt die Zahl sich komplett verschleiernder Muslimas in Bosnien zu.

Die Debatte soll nach einer künstlichen Empörung im Parlament am 1. September fortgesetzt werden. Die Gegenwart einer verschleierten Frau unter den Besuchern brachte die serbischen Patrlamentarier dazu, sich "bedroht" zu fühlen, so daß sie eine Verschiebung der Debatte forderten. Bei der Frau handelte es sich um die Menschenrechtlerin Nadja Dizdarevic, die aus dem Saal entfernt wurde, womit de facto ein Burkaverbot vorweggenommen wurde.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 10:09 Uhr
 

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