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Wie schon andere CSU-Politiker vor ihr, hat nun auch die CSU-Politikerin und bayrische Sozialministerin Christine Haderthauer ein Burkaverbot für Deutschland gefordert.
Medienberichten zufolge begründet die Politikerin ihren gestrigen Vorstoß mit der Behauptung, der Schleier raube Frauen ihre Identität und würdige sie zu "gesichts- und körperlosen Schatten herab".
Kommentar
Mit den in den Medien zitierten Worten "solche Herabwürdigungen haben bei uns keinen Platz. Wer unsere Werte und unser Grundgesetz, insbesondere die Gleichberechtigung der Frau nicht akzeptiert, muss nicht in unserer Gesellschaft leben" wendet sich die Politikerin zwar gegen komplett verschleierte Muslimas, man muß sich aber sehr wohl fragen, ob diese Vorwürfe nicht eher ihr selbst gelten sollten, immerhin basieren unsere Werte und unser Grundgesetz auf der allgemeinen Religionsfreiheit, und zur Gleichberechtigung gehört natürlich auch das Recht von Frauen, ihr Leben selbstbestimmt auch nach solchen Regeln zu führen, die sich vom wenig multikulturellen und kaum pluralistischen postmodernen Feminismus des Westens unterscheiden.
Man bedenke an dieser Stelle, daß wenigstens zwei von drei komplett verschleierten Muslimas keinen entsprechenden kulturellen Background haben - die eine Hälfte von ihnen ist zum Islam konvertiert, die andere Hälfte kommt von einem kulturell anders geprägten Islam her. Bei ihnen ist unzweifelhaft von einer freiwilligen Entscheidung zugunsten der Verschleierung auszugehen (und bei traditionell verschleierten Muslimas kann auch nicht pauschal von einem Zwang ausgegangen werden).
Äußerungen wie die von Haderthauer wenden sich gegen ein selbstbestimmtes Leben dieser Frauen und verletzen damit deren vom Grundgesetz geschützte Würde.
Es wäre zumindest angemessen, wenn Haderthauer und andere mit den Frauen sprechen würden, denen helfen zu wollen sie vorgeben, statt nur über sie. Es wäre immerhin eine wichtige Voraussetzung für etwaige Verbote, zu erfahren, ob die Frauen überhaupt "befreit" werden wollen - und falls ja, was denn in ihrem Interesse wäre und ob ein Burkaverbot nicht die denkbar schlechteste Hilfe darstellen würde.
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