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Bundesinnenminister Thomas de Maizière lehnt ein Burkaverbot in Deutschland ab.
Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" erklärte der CDU-Politiker, es gäbe "vielleicht 100 Frauen in Deutschland, die eine Burka trügen".
Unklar ist, ob de Maizière sich - wie wohl auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland - auf die hauptsächlich in Afghanistan und Pakistan verbreitete Variante der Komplettverschleierung, die Burqa, bezieht, oder auf alle Formen der Verschleierung, wozu etwa der Niqab gehört, der in Deutschland am häufigsten von komplett verschleierten Frauen getragen wird und oft fälschlich als "Burka" bezeichnet wird.
In Deutschland verschleiern sich allerdings schätzungsweise 4 - 6.000 Frauen komplett, nicht nur "allenfalls ein Dutzend", wie der ZMD behauptet, oder "vielleicht 100 Frauen", wie de Maizière annimmt.
Ob nun aber nur die Burqa oder jede Art der Komplettverschleierung, ob nun ein Dutzend, 100 oder aber 6.000 Frauen - viele Beobachter sind der Überzeugung, daß man die Burkadebatte nicht an der Zahl der Frauen, die sich verschleiern, festmachen darf. In diesem einen Punkt sind sich fachkundige Gegner und Befürworter eines Burkaverbotes immerhin einig. So ist de Maizières Äußerung denn auch auf beiden Seiten auf Widerspruch gestoßen.
Im Rahmen der Neuauflage der Deutschen Islamkonferenz (DIK) lehnt de Maizière eine Burkadebatte ab, er möchte statt dessen über die "Grenze zwischen Islam und Islamismus" sprechen sowie über die Frage, ob es im Land eine islamfeindliche Stimmung gäbe oder nicht.
In Deutschland fordern verschiedene Politiker die Einführung eines Burkaverbotes. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages lehnt ein Burkaverbot jedoch ab.
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