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Vizepräsidentin des Europaparlamentes fordert Burkaverbot PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - News
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 01. Mai 2010 um 09:26 Uhr

Die FDP-Vizepräsidentin des Europa-Parlamentes und FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin fordert ein Burkaverbot nach belgischem Vorbild für ganz Europa.

Koch-Mehrin möchte das von ihr so bezeichnete "mobile Gefängnis" verbieten, weil es einen "massiven Angriff" auf die Rechte der Frauen darstelle.

Im Mittelpunkt stehen aber eher, daß komplett verschleierte Frauen bei ihr "Befremdung", Irritation und Verunsicherung auslösen, wenn man ihre Worte liest, die sie für einen Gastkommentar der "BamS" geschrieben hat, auch wenn sie behauptet, keine Angst zu haben.

Derzeit wird in Europa heftig und kontrovers über Burkaverbote diskutiert. Es gibt viele Stimmen, die ein Burkaverbot fordern und andere, die zwar Verständnis für Verbotsforderungen aufbringen, aber aus verfassungsrechtlichen Gründen zur Zurückhaltung mahnen.

Belgiens Parlament hat ein absolutes Burkaverbot beschlossen, Frankreich möchte bald mit einem ebenfalls für den gesamten öffentlichen Raum geltenden Verbot folgen. Auch in Österreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Dänemark fordern namhafte Politiker ein Verbot der Komplettverschleierung.

Der Europarat lehnt dagegen ein Burkaverbot ab, ebenso verschiedene Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Die christlichen Kirchen sind geteilter Meinung, die Islamverbände lehnen ein Burkaverbot eher ab, mit Ausnahme einiger eher "liberalen" Verbände, die aber nur wenige Muslime vertreten.

Derweil fällt auf, daß in Deutschland der von Medien und Politik unverhältnismäßig viel beachtete, an und für sich aber zahlenmäßig eher unbedeutende "Zentralrat der Muslime in Deutschland" (ZMD) sich zwar gegen ein Burkaverbot ausspricht, aber auch die " Burka" nicht gutheißt ("unter deutschen Muslimen verpönt").

Hier scheint man sich jedoch tatsächlich auf die Burqa zu beschränken, wenn man die Bemerkungen über erstens "kaum mehr als ein Dutzend" Burkaträgerinnen und zweitens "es gibt kein muslimsiches Gebot sie zu tragen" wörtlich nehmen darf; denn das eine entspricht mehr oder weniger der Zahl der Frauen, die in Deutschland tatsächlich eine Burqa tragen, wie sie in Afghanistan und Pakistan verbreitet ist, und das andere ist, daß der ZMD sehr wohl weiß, daß es durchaus Muslime gibt, die aus dem islamischen Recht ein Gebot der Komplettverschleierung ableiten, nur eben keines, das speziell die Burqa fordern würde.

Wenn meine Annahme zutrifft, drückt sich der ZMD um eine Äußerung zum Niqab, dem in Europa sehr viel weiter verbreiteten Gesichtsschleier, der in Deutschland von schätzungsweise 4 - 6.000 Frauen getragen wird, von denen wenigstens ein Drittel zum Islam konvertierte Deutsche sind.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. Mai 2010 um 09:59 Uhr
 

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