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Medienberichten zufolge ist der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gegen ein allgemeines Verbot der Komplettverschleierung, wohl aber für ein Verbot im Staatsdienst.
"Der Staat kann seinen Bürgerinnen und Bürgern nicht vorschreiben, wie sie sich zu kleiden haben", begründet Herrmann gegenüber der dpa, warum er gegen ein allgemeines Verbot ist.
Dennoch hält der Politiker den Komplettschleier für eines der schärfsten Zeichen für die "Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen". Sie sei mit "unseren Wertvorstellungen von einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft überhaupt nicht zu vereinbaren“, wie er in einem Interview mit der dpa erklärt hat.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge wenigstens 4.000 Frauen, die sich komplett verschleiern - etwa ein Drittel von ihnen sind zum Islam konvertierte Deutsche, ein weiteres Drittel sind Muslimas mit einem Hintergrund, dem die Komplettverschleierung eher fremd ist. Sie und die meisten der seit jeher verschleierten Frauen tragen den Schleier freiwillig - zumindest liegen keine Fakten oder auch nur Anhaltswerte vor, die etwas anderes nahelegen.
Dazu kommen noch Mädchen und Frauen, die den Schleier gerne tragen würden, dies aber aus verschiedenen Gründen nicht können - oft genug sind es Eltern oder Ehemänner, die sie daran hindern, ebenso Schulen, Arbeitgeber oder auch Angst vor den Reaktionen der Gesellschaft. Die Zahl dieser Mädchen und Frauen dürfte mehrere Hundert betragen.
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