|
Wie die Home Page des Europäischen Zooverbandes heute mitteilt, machen sich die Mitarbeiter belgischer Zoos Gedanken über die Umsetzung des angekündigten Burkaverbotes; denn Menschenaffen und insbesondere Orang-Utans ziehen sich gerne große Blätter, Tücher, Säcke und ähnliches über den Kopf.
Was in der Natur dem Schutz vor der Witterung dient, ist im Zoo Spiel und Beschäftigung - aber demnächst wohl verboten, wenn in Belgien das Burkaverbot in Kraft tritt.
"Das geplante Gesetz sieht nicht vor, daß Menschenaffen von dem Verbot ausgenommen werden", erklärt ein Zoodirektor aus Brüssel. Viele Zoos kennen das Problem, daß ihre Menschenaffen mit Gegenständen - oft genug ihrem Kot - nach Pflegern oder Besuchern werfen. "Danach ziehen sie dann eine Decke über ihren Körper, und man kann den Übeltäter nicht mehr erkennen", so ein Pfleger. Außerdem beschweren sich nicht selten Besucher über verhüllte Menschenaffen: "Wir kommen in den Zoo und zahlen viel Eintritt, um die Affen zu sehen, aber alles, was man sieht, sind Decken und Säcke, unter denen sich vielleicht ein Orang-Utan versteckt - vielleicht aber auch ein Eisbär, wer kann das schon wissen?", ärgert sich ein Besucher des Brüsseler Zoos. "Die können uns durch kleine Löcher anschauen, aber wir sehen nichts!"
"Vermutlich können wir den Tieren in Zukunft keine Decken und Säcke mehr zur Verfügung stellen", fürchtet ein Revierpfleger, der für die Menschenaffen im Zoo und damit auch deren Beschäftigung zuständig ist. Auch über die Büsche im Freigehege macht man sich Gedanken, weil sich viele Menschenaffen gerne dahinter verstecken. "Die müssen wohl weg."
Möglicherweise, so fürchtet ein Zoosprecher, muß man die Haltung von Menschenaffen einstellen, wenn es nicht gelingt, ihnen das Verstecken abzugewöhnen. "Wir werden versuchen, sie mit Belohnungen zu erziehen, bestrafen wollen wir sie nicht. Wenn das aber nicht gelingt, was sollen wir dann tun?"
Tierschützer nehmen freilich die Debatte um das Verbot "mobiler Gefängnisse" zum Anlaß, die Abschaffung einer Haltung von Zootieren in Käfigen und Gehegen zu fordern, auch wenn Verantwortliche der Zoos betonen, daß die Gitter mehr dazu dienen, die Besucher draußen als die Tiere drinnen zu halten: "Die meisten Tiee könnten jederzeit ihre Gehegegrenzen überwinden, wenn sie nur wollten, etwa Kängurus. Und die, die es tun, kehren meist von selbst wieder zurück. Es sind die Menschen, die wir davon abhalten müssen, zu einigen der Tiere ins Gehege zu springen. Immer wieder versuchen Besucher, etwa zu den Bären oder Affen oder Tigern zu kommen, was für die Besucher, aber auch für die Tiere sehr gefährlich ist".
Update 4. April 2010: Dieser Artikel ist ein Aprilscherz
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.