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Frankreich: Verschleierte Frauen vor Gericht PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - News
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 17. Juni 2011 um 12:48 Uhr

Im französischen Meaux nahe Paris mußten gestern laut dpa zwei Frauen vor Gericht erscheinen, wo gegen sie verhandelt wird, weil sie sich am 5. Mai 2011 in der Öffentlichkeit verschleiert haben, als sie dem Bürgermeister von Meaux in der Stadthalle einen Geburtstagskuchen überreichen wollten.

Während die eine Frau nicht zu der Anhörung erscheinen konnte, wurde die andere - eine junge Mutter, die in den Medien als "Hind" bekannt wurde - am Betreten des Gerichts gehindert, da sie zwar bereit war, zur Feststellung ihrer Identität ihren Schleier zu lüften, nicht jedoch, den Schleier dauerhaft abzunehmen. Das Gericht hat sich auf auf keinen Kompromiß eingelassen.

Beide Frauen werden vor Gericht von ihren Anwälten vertreten, Berichten zufolge könnten die Prozesse platzen. Der französische Staat steht damit vor dem Problem, einerseits gegen verschleierte Frauen öffentlich verhandeln zu wollen, ihnen aber andererseits das Erscheinen in der Öffentlichkeit zu verbieten. Es bliebe somit nur die zwangsweise Entblößung der Frauen - oder der Staat müßte das eigene Gesetz übertreten und den Frauen gestatten, verschleiert in der Öffentlichkeit zu erscheinen.

Die 31-jährige Hind hofft auf eine Verurteilung, um dann beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Beschwerde gegen das Urteil einlegen zu können. Auch der hat allerdings seinen Sitz in Frankreich (Straßburg) und fällt somit unter das französische Burkaverbot.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 18. Juni 2011 um 11:13 Uhr
 

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