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Am Freitag, den 8. April wird die frühere LaVive-Sängerin Katrin Mehlberg im ProSieben-Boulevard-Magazin "taff" (17.00 Uhr) zu sehen sein, wie sie komplett verschleiert die Toleranz der Kieler auf die Probe stellt und deren Reaktionen auf ihr Outfit dokumentiert.
Hintergrund ist der "Tolerance Day" bei dem Münchner Privatsender: Enjoy Difference, Start Tolerance ist das Motto, für das vier Sendungen produziert werden.
Kommentar: Wie sinnvoll solche Aktionen sind, ist umstritten - einen realistischen Einblick in das Leben verschleierter Frauen und der Reaktionen, die sie hervorrufen, können nur verschleierte Frauen selbst geben. Dazu ist es notwendig, daß sie den Schleier nicht nur für ein paar Stunden tragen, sondern mit ihm vertraut sind.
Ich habe einen kurzen Werbespot für die Senduing sehen können, der aber nicht viel verrät, außer daß die Sängerin wohl einen immerhin echt aussehenden Niqab trägt und nicht etwa eine Burqa (von der in etlichen Berichten freilich die Rede ist).
Berichte wie der zu erwartende haben natürlich den Nachteil, daß man nie wiessen kann, ob und falls ja, in welchem Umfang die dokumentierten Reaktionen auf den Schleier echt sind.
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Kommentare
ich kann dazu sagen, dass die Reaktionen alle samt echt waren. Ich war dabei. Es wurde mit mir gedreht. leider finde ich es sehr schade, dass mir anfangs gesagt wurde eine Moderatorin (Katrin) würde mich interview und dann selbst Niqab tragen. Hinterher fand ich erst raus wer diese Katrin ist. Und aus der Beschreibung der Sendung ging es nicht hauptsächlich darum, dass ich erzähle wie es ist mit Niqab in Deutschland, sondern um sie, wie es für sie mit Niqab ist, ohne aber die Überzeung welche muslimische Frauen haben.
Die Abaya und den Niqab hat sie von mir getragen, denn was sie gekauft hatten ähnelte eher einem Vorhang (sehr dick und ca. 2,5x2,5 m). Ich hoffe, dass wenigstens am ende was gutes von den 4 Std. drehzeit übrig bleibt.
Ich bedaure sehr, dass es anscheind ncith darum ging den Alltag und Schwiergikeiten muslimischer Frauen darzustellen sondern nur um ihren Selbstversuch der total daneben ging. Die Reaktionen an dem Tag waren normal, grade zu harmlos und wir haben eigentlich keinen gefunden, der wirklich ein Problem mit Niqab hatte, außer eine hanfvoll älterer Menschen.
Ich bin gespannt was gezeigt wird davon. Ich habe zumindest oft gneug erwähnt im dreh, dass keiner durch so einen Versuch raus finden kann wie wir muslimische Frauen uns damit fühlen, denn die Überzeugung und Motiviation (der Glaube) fehlt ihnen.
danke für diesen Insider-Bericht über den Dreh. Das ist wirklich interessant.
Ich würde mich freuen, wenn Du nach der Ausstrahlung Deine Eindrücke wiedergeben würdest, was Pro7 aus dem Dreh gemacht hat.
Liebe Grüße,
Michael
prinzess-meryem88 at live.de
Liebe Grüße
hier gibt es das Video, dass ich mit KOmmentaren bearbeitet habe, da was gezeigt wurde alles andere als das war, was geplant und aufgenommen wurde.
www.youtube.com/.../
Gruß
Amina
Schade fand ich, daß sich das Magazin nur sehr kurz mit dem Thema befaßt hat.
Die Zahlenangaben finde ich fragwürdig - aber es gibt nun einmal keine verläßlichen Zahlen zu den Kopftuch- und Niqabträgerinne n. Allerdings fand ich die genannte Zahl der Kopftuchträgeri nnen zu hoch und die der Niqaabis zu niedrig.
Die Szene, in der die Sängerin ihren Schleier herunterreißt, fand ich künstlich, als käme das direkt aus dem Drehbuch. Überhaupt war die gute Frau meinem Eindruck zufolge völlig überfordert mit der Situation - intellektuell wie emotional und sozial. Sie war ja überhaupt nicht vorbereitet.
Im "Fat Suit" und dann mit Leggings und Minirock würde sie vermutlich vergleichbar negative Reaktionen erhalten (negative Reaktionen auf den Schleier haben durchaus auch damit zu tun, was Menschen sehen wollen - Reaktionen auf den Schleier sind manchmal vergleichbar mit denen auf dicke Frauen im Minirock, stark tätowierte und/oder gepiercte Personen usw.).
Meinem Eindruck nach sind an den Reaktionen auf den Schleier immer beide Seiten beteiligt - die Frau im Schleier und die anderen. Wer völlig unvorbereitet in die Öffentlichkeit geht, erhält m.E. andere Reaktionen als jemand, der sich Tag für Tag verschleiert. Die Passanten spüren meiner Meinung nach die Unsicherheit einer "Unkundigen" und reagieren intuitiv darauf.
Besser hätte ich gefunden, wenn man einmal eine Niqaabi für 2-3 Tage begleiten würde, den normalen Alltag einfangen. Diese Momentaufnahme ist nicht repräsentativ (zumal die Reaktionen sowieso an gleichen Orten zu verschiedenen Zeiten völlig verschieden ausfallen können. Meine Frau war öfters komplett verschleiert im Karlsruher Zoo, und die Reaktionen sind jedes Mal völlig verschieden ausgefallen.)
Und die Bandbreite ist sehr groß - es gibt nicht nur die stark ablehnenden Reaktionen, sondern im Gegenteil auch auffallend positive Reaktionen.
Und: Die Reaktionen von Muslimas, die "nur" Kopftuch tragen, auf den Schleier sind meinem Eindruck nach insgesamt negativer als die Durchschnittsre aktion. Positive Reaktionen sind dort selten (was freilich auch daran liegen mag, daß meine Frau nun einmal keine Muslima ist, und nicht nur auf eine stark ablehnende Haltung Kopftuch tragender Muslimas auf den Schleier zurückzuführen sein mag).
Wie dem auch sei: Es mag sinnvoll sein, mit einem "Star" (der diese Sängerin freilich nicht ist) für Toleranz zu werben, aber das hat hier nicht funktioniert.
Toleranzgefühle für verschleierte Frauen konnte diese Sendung nicht wecken, allenfalls Mitleid mit der armen Frau im Schleier, unmittelbar die Sängerin und mittelbar die Niqaabi.
Und Mitleid ist wohl nicht das, was verschleierte Frauen brauchen, weil man dann wieder auf die Opferschiene und zum Thema "unterdrückte Frauen" kommt.
Übrigens: Aminas Auftritte fand ich gut. Sie hat deutlich mehr Professionalitä t gezeigt und ihr Anliegen gut rüberbringen können. Leider stand die im Schatten des Sternchens.
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