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Laut Medienberichten haben im anatolischen Konya - das als die konservativste Stadt der Türkei gilt - konservative, zum Teil komplett verschleierte Frauen gegen Männergewalt demonstriert. Sie traten für das Recht säkular orientierter Frauen ein, Miniröcke oder tief ausgeschnittene Blusen zu tragen.
Die konservativen Muslimas wiesen darauf hin, daß Kopftuch oder Schleier tragende Frauen ebenso Opfer von sexuellen Übergriffen würden wie freizügig gekleidete Frauen.
Sie reagierten damit auf eine Äußerung des islamischen Theologen Orhan Ceker, der kürzlich behauptet hatte, Frauen mit tief ausgeschnittenem Dekolleté seien selbst Schuld, wenn sie vergewaltigt würden.
Kopftuch tragende und verschleierte Frauen wiesen darauf hin, daß auch viele von ihnen sexuellen Übergriffen ausgesetzt seien. Manche von ihnen wären auch Opfer von sexueller Gewalt geworden und hätten deswegen Frauenhäuser aufsuchen müssen, um Schutz zu finden. Der Schleier, so die Frauen, schütze sie nicht vor Mißbrauch und Vergewaltigung.
Die Frauen forderten, Ceker müsse seine Behauptung zurücknehmen. Auch müßten unverschleierte Frauen und solche, die Miniröcke und tief ausgeschnittene Blusen das Recht haben, sich unbehelligt auf den Straß0en bewegen zu können.
Keinesfalls sei es hinzunehmen, daß Frauen - egal ob mit Schleier oder freizügig gekleidet - nicht mehr ihre Häuser verlassen könnten, aus Angst, sexuell beslästigt oder gar vergewaltigt zu werden.
Auch könne die Schuld für sexuelle Gewalt gegen Frauen nicht im Namen der Religion auf die Opfer abgewälzt werden, und die Kleidung einer Frau dürfe nicht als Rechtfertigung für sexuelle Belästigung oder gar Vergewaltigung gewertet werden.
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