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Ist die muslimische Bedeckung mit Kopftuch oder auch Schleier dazu geeignet - im Gegensatz zu freizügigerer Kleidung -, daß Männer und ihr Geschlechtstrieb nicht gereizt werden?
Nein.
Man hört dieses Argument immer wieder von Befürwortern der bedeckenden Kleidung, aber normalerweise werden Männer und ihr Geschlechtstrieb nicht durch den Anblick freizügigerer Kleidung "gereizt". "Reiz" meint hier die Einleitung zu einem sexuellen Übergriff - anstarren, preifen, anzügliche Bemerkungen, Antatschen, unsittliches Berühren usw usf.
Und bei den Männern, bei denen das anders ist - und ja, die gibt es -, hilft auch die vollständigste Bedeckung nichts, weil es nicht eigentlich die zur Schau gestellten weiblichen Reize sind, die das auslösen, sondern der Wunsch nach Macht und Dominanz.
Um diese Männer und ihren Geschlechtstrieb nicht zu reizen, müßte man die Frauen nicht nur komplett verschleiern - einschließlich des Gesichts und der Hände -, sondern sie auch in ihren Wohnungen und Häusern einsperren.
Erfahrungen etwa in Ägypten haben gezeigt, daß auch komplett verschleierte Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen werden - in einem nur wenig geringeren Maße als freizügig gekleidete Frauen. Die Verschleierung verhindert somit weder, daß Männer und ihr Geschlechtstrieb gereizt werden noch daß Frauen Opfer von sexuellen Übergriffen werden. Auch der Umkehrschluß gilt: Frauen, die sich eher freizügig kleiden, machen sich nicht "schuldig".
Männer sind normalerweise in der Lage, ihre Reaktionen angesichts einer Frau, egal wie sie gekleidet ist, zu beherrschen. Biologisch gesehen braucht es bei geistig gesunden Männern mehr als nur freizügige Kleidung, damit die Beherrschung zusammenbricht.
Männer, die freizügig gekleideten oder "ungenügend bedeckten" Frauen die Schuld geben, machen es sich zu leicht. Sie alleine sind verantwortlich für ihr Tun, sie können die Verantwortung nicht auf die Frauen abwälzen.
Zu sagen, die Frau habe ihre Reize zu bedecken, ist eigentlich falsch, weil die Reize im Mann entstehen. Es sind seine Reize, nicht ihre. Er muß sie im Griff haben - und nicht die Frau sich bedecken.
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