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Burkaverbot - Häufige Fragen
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 12:57 Uhr

Wie heißen die verschiedenen Formen der Verschleierung im Islam?

Abaya

Ein knöchel- oder bodenlanger Mantel, der manchmal einen Ärmel hat, manchmal aber auch nur Schlitze, durch die die Handgelenke gesteckt werden, während eine Schlaufe um Daumen oder Mittelfinger den sicheren Sitz gewähtleistet.

Die Abaya wird entweder auf den Schultern getragen oder auf dem Kopf.

Oftmals wird die Abaya mit einem Niqab ergänzt, manchmal auch mit Handschuhen.

Al-Amira

Ein Hijab bzw. Khimar aus dehnbarem Stoff, der einfach über den Kopf gezogen wird und nicht weiter befestigt werden muß. Wird oft mit einem Bone verwendet.

Manchmal sehr kurz (wird dann eher unter einem Mantel getragen, manchmal schulterbedeckend oder noch länger.

Nicht nur bei Mädchen beliebt, weil er sehr einfach zu tragen ist.

Al-Qafasat

Siehe Handschuhe.

Batalu

Gesichtsmaske aus Baumwolle, die z.B. in gold, rot oder schwarz eingefärbt wird. Herausragendes Merkmal ist der Steg, der wie ein schmaler "Kamm" von ca. 2-3 cm Höhe in der Mitte des Schleiers von der Stirn bis zum Kinn führt.

Bone

Ein breites und dehnbares Stirnband, das die Bedeckung der Stirn sicherstellt, ohne ein dreieckiges o.ä. Tuch um die Stirn binden zu müssen. manchmal auch in Form einer Haube oder eines Caps.

Wird oft mit einer Al-Amira verwendet bzw. als Set verkauft.

Der Bone ist häufig verziert (z.B. Stickereien, Straßsteinchen o.ä.).

Boushiya

Ein dem Niqab sehr ähnlicher Gesichtsschleier, der meist aus zwei sehr dünnen Stofflagen besteht, allerdings keinen Schlitz für die Augen aufweist, sondern das Gesicht komplett bedeckt. Mit nur einer Lage über dem Gesicht ist die Boushiya halbtransparent, mit beiden Lagen ist der Schleier von außerhalb blickdicht.

Burkini

Ein Badenanzug, der den ganzen Körper mit Ausnahme des Gesichts, der Hände und der Füße bedeckt, nicht eng anliegt und auch im nassen Zustand weder durchscheinend ist noch die Konturen des Körpers abzeichnet.

Wird manchmal auch generell als Sportbekleidung getragen, wobei es mittlerweile auch spezielle Sport-Varianten gibt.

Wird selten auch Malibas genannt.

Burqa

Auch Chadri genannt, ein traditionell in Afghanistan, Pakistan sowie Teilen Indiens und Bangladesh' getragenes Kleidungsstück, das einen langen Mantel mit einem Gesichtsschleier verbindet. Der Gesichtsschleier läßt anders als ein Niqab keinen Schlitz für die Augen frei, sondern bedeckt diese mit einem mehr oder weniger feinmaschigen Stoffgitter. Hinten meistens knöchellang, vorne oft hüft- bis knielang.

In Deutschland gibt es nur sehr wenige Frauen, die eine Burqa tragen, gebräuchlicher sind der Niqab und der Tscharschaf.

In manchen Ländern Nordafrikas wird auch ein dem Niqab sehr ähnlicher Gesichtsschleier als Burqa bezeichnet.

Chadri

Oder Chadra; andere Bezeichnung für die Burqa, manchmal auch für den Niqab

Djellaba (Dschellaba)

In Nordafrika verbreitetes Kleidungsstück, knöchel- oder bodenlang und weit, oft mit Kapuze. Oftmals reich bestickt und verziert.

Eldivenler

Siehe Handschuhe.

Handschuhe

Werden oft von Niqaabis als Ergänzung zum Gesichtsschleier (Niqab) getragen, meist aus sehr dünnem, dehnbarem Stoff, manchmal mit Blumenmustern o.ä. verziert.

Auf türkisch: Eldivenler. Auf arabisch: al-qafasat.

Hijaabi 

Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Hijab trägt. Auch: Muhajaba.

Bedeckt sie auch regelmäßig ihr Gesicht, etwa mit einem Niqab, so bezeichnet man sie als Niqaabi bzw. Munaqaba.

Hijab (Hidschab)

Allgemeine Bezeichnung für die verhüllende Kleidung muslimischer Frauen, die höchstens Gesicht und Hände freiläßt.

Eine Frau, die regelmäßig Hijab trägt, nennt man Hijaabi oder Muhajaba.

Bedeckt sie darüber hinaus regelmäßig ihr Gesicht, etwa mit einem Niqab, so nennt man sie Niqaabi bzw. Munaqaba.

Integralschleier

Übersetzung einiger Medien für die in Frankreich erfundene politische Bezeichnung für den Komplettschleier (frz. voile intégrale) ins Deutsche.

Jilbab (Dschilbab)

Andere Bezeichnung für eine Abaya, einen Tschador oder generell für einen weiten, knöchel- oder bodenlangen Mantel, der allenfalls das Gesicht und die Hände freiläßt.

Khimar

Ein Tuch, das wenigstens bis weit über die Schultern, oft über die Brust, manchmal bis zu den Oberschenkeln reicht. Meistens ist es vorne geschlossen und läßt nur eine Öffnung für das Gesicht frei, reicht der Khimar bis über die Hände hinunter, so ist oft ein Durchgriff für die Hände vorhanden.

Arabisch: al-chima.

Malibas

Andere Bezeichnung für Burkini, eingeführt von deutschen Muslimen, die sich am Begriff "Burkini" stören. Bedeutet in etwa "Wasserkleid".

Muhajaba

Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Hijab trägt. Auch: Hijaabi.

Bedeckt sie darüber hinaus regelmäßig ihr Gesicht, etwa mit einem Niqab, so nennt man sie Niqaabi bzw. Munaqaba.

Munaqaba

Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Niqab trägt. Auch: Niqaabi.

Niqaabi

Bezeichnung für eine Frau, die regelmäßig Niqab trägt. Auch: Munaqaba.

Niqab

img_3682_bearbeitet-1In manchen Regionen auch Burka oder Chadri genannt.

Ein ein- oder mehrlagiges Tuch, das zu einem Mantel (z.B. Abaya) getragen wird. Mehrlagige Schleier weisen meist drei Lagen auf, eine dickere und eine zwei dünnere.

Die einzige Lage oder bei mehr mehrlagigen Niqabs die unterste läßt oftmals einen Schlitz für die Augen frei. Diese manchmal aus zwei zusammengenähten Stoffen bestehende Lage ist blickdicht und bei mehrlagigen Niqabs die dickste. Sie ist je nach Material mehr oder weniger atmungsaktiv.

Bei mehrlagigen Schleiern sind die oberen Lagen in der Regel dünner, weisen allerdings den Sehschlitz nicht auf. Werden sie vor das Gesicht und damit auch vor die Augen gelegt, behindern sie die Sicht der Trägerin je nach Art und Dicke des Stoffes mehr oder weniger stark. Meist werden diese zusätzlichen Lagen über den Kopf nach hinten zurückgeschlagen und etwa nur dann vor das Gesicht gelegt, wenn die so verschleierte Frau zusätzlichen Schutz wünscht, etwa in einer gemischten Gruppe. Manche Frauen tragen aber immer eine oder mehr dieser zusätzlichen Lagen vor dem Gesicht und verbergen damit ihre Augen bei gleichzeitig verschlechterter Sicht.

Manchmal verläuft mittig durch den Sehschlitz ein Nasensteg zum Stirnband, der verhindert, daß der Sehschlitz sich zu weit öffnet.

Einige wenige Niqabs weisen ein kleines feinmaschiges Netz auf, das direkt auf dem Gesicht liegt und die Augen hinter dem Sehschlitz bedeckt, aber auch entfernt werden kann. Dieses Netz behindert die Sicht der Trägerin so gut wie nicht und wird darum den zusätzlichen Lagen oftmals vorgezogen.

Es gibt auch einige Niqabs, die keinen Sehschlitz aufweisen. Diese sind aber meist aus nicht so blickdichtem Stoff, so daß die Trägerin mehr oder weniger gut durch den Stoff sehen kann, von ihrem Gesicht zudem die Konturen verschwommen sichtbar sind. Oft sind diese Schleier mehrlagig, so daß der Niqab um so blickdichter wird, je mehr Lagen die Trägerin vor dem Gesicht trägt.

Wenn hierzulande von der "Burka" die Rede ist, geht es in der Regel um den Niqab und nicht um die Burqa. Schätzungsweise 4-6.000 Frauen in Deutschland tragen den Niqab, möglicherweise auch mehr.

Ein Niqab ohne Sehschlitz wird Boushiya genannt.

Einige Frauen, die Niqab tragen, leben zugleich in Purdah, sind daher so gut wie nie in der Öffentlichkeit zu sehen.

Oftmals tragen Frauen, die Niqab tragen, auch Handschuhe.

Frauen, die regelmäßig Niqab tragen, nennt man auch Niqaabis oder seltener Munaqaba.

Pardesü

Unter türkischen Frauen verbreiteter knöchel- oder bodenlanger weiter Mantel.

Purdah

Bezeichnet die komplette Verschleierung einer Frau einschließlich des Gesichts und meist auch der Hände. Außerdem verläßt eine Frau, die in Purdah lebt, das Haus nur, wenn es unbedingt nötig ist und dann nur in Begleitung eines nahen männlichen Familienmitglieds (Mahram).

Tarha

Hierzulande selten verwendeter Begriff für den Schleier, meist ein auf dem Kopf getragenes großes Tuch. .

Tschador

Vor allem im Iran getragener halbkreisförmiges Tuch, das über den Kopf gelegt als Mantel getragen wird. Der Tsachador ist vorne meist offen und muß dann entweder mit einer Nadel, Brosche o.ä. festgesteckt oder mit der Hand geschlossen werden.

Tscharschaf (Çarşaf)

Traditionelles Gewand aus dem Osamischen Reich, das heute in der Türkei und auch unter Türkinnen in Deutschland verbreitet ist. Dabei handelt es sich um die Kombination eines knöchel- oder bodenlangen Rockes mit einem langen Überwurf, derden Kopf, die Stirn, das Kinn und die Wangen bedeckt. Meistens kann der Tscharschaf auch über den Mund oder über die Nase gezogen werden, so daß er bis auf einen Sehschlitz geschlossen werden kann.

Ärmel gibt es keine, aber manch ein Tscharschaf kann mit Knöpfen um die Handgelenke geschlossen werden, so daß Pseudoärmel entstehen. 

Es gibt die begründete Vermutung, daß der Tscharschaf ursprünglich eine Kleidung christlicher Frauen in Byzanz bzw. Konstantinopel war. Die Muslimas im Osmanischen Reich hätten ihn dann von den Christinnen übernommen.

Türban

Unter jüngeren, modisch bewußten türkischen Frauen verbreitete Art, das Kopftuch so zu binden, daß es am Hinterkopf eher weit auslandend ist (z.T. mit "Push-Ups" aus Stoff, Schaumstoff, Watte o.ä. aufgepolstert), am Hals aber recht eng anliegt. Nicht selten ist darüber hinaus das Gesicht der Türban-Trägerin mehr oder weniger stark geschminkt und die "stylishe" Kleidung eher figurbetont.

Weniger "mutige" Trägerinnen kombinieren den Türban mit dem Pardesü, dem langen Mantel, der dann aber meist tailliert ist.

Konservativ-religiöse Muslime lehnen diese modische Variante mit dem "Kamelhöcker" am Hinterkopf, der figurbetonten Kleidung und dem Make-up meist entschieden ab, weil sie dem eigentlichen Sinn des Hijab ihrer Meinung nach zuwiderläuft.

Manchmal wird - m.E. zu Unrecht - jegliches Kopftuch in der laizistischen Türkei als "Türban-Mode" bezeichnet, vor allem in Bezug auf religiös-konservative Politiker und deren Ehefrauen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 07. März 2012 um 14:46 Uhr
 

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