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Vielleicht wird nicht jede Frau, die einen Schleier trägt, dazu gezwungen, aber diejenigen, die sagen, sie tragen das freiwillig, haben doch eine Gehirnwäsche hinter sich!
"Gehirnwäsche" ist etwas, fdas man weder definieren noch messen kann. Der Begriff wird gerne und oft genutzt, regelrecht inflationär, ist aber nichts anderes als ein Gummibegriff, dessen Verwendung eine sachliche Debatte unmöglich macht.
Gehirnwäsche im eigentlichen Sinne des Wortes liegt in keinem Fall vor, wenn eine Frau einen Schleier (oder einen Minirock, hohe Absätze...) trägt. Gehirnwäsche ist mit Folter verbunden und wird von Folterspezialisten angewandt, mit großem Aufwand.
Was man im normalen Sprachverkehr unter "Gehirnwäsche" versteht ist etwas anderes - und kommt einer Verhöhnung der Opfer echter Gehirnwäsche gleich.
Natürlich ist es möglich, einen Menschen so zu beeinflussen, daß er etwa ein Kleidungsstück, das er ohne diese Beeinflussung nicht tragen würde, freiwillig trägt. Dies findet etwa dort statt, wo für bestimmte Kleidung geworben wird: Eine bestimmte Marke beispielsweise, dan man unbedingt haben muß. Eine bestimmte Mode, die man mitmachen muß.
Von dieser Beeinflussung ist niemand von uns frei - egal ob es nun Frauen mit Minirock, hohen Absätzen usw. sind oder solche mit Kopftuch oder Schleier.
Weil Menschen von Natur aus "dazu gehören" wollen, weil sie "in" sein wollen, sind sie im Hinblick auf die meist uniformen Kleidungsstile ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Freunde äußerst empfänglich.
Dies ändert nichts daran, daß diese Kleidung - egal ob nun Minirock oder Burka - freiwillig getragen wird und die vermeintliche Gehirnwäsche tatsächlich Anpassung an die Normen einer Gruppe ist.
Allerdings ist es nicht immer Anpassung an die Normen einer Gruppe, die eine Frau dazu bringt, einen Minirock, hohe Absätze oder aber Kopftuch bzw. Schleier zu tragen. In vielen Fällen ist es einfach eine innere Überzeugung, die keinesfalls als "Gehirnwäsche" verunglimpft werden darf, weil hiermit letzten Endes eine "Ferndiagnose" im Hinblick auf das psychische Wohlbefinden vorgenommen wird, was die Würde eines Menschen in nicht hinzunehmender Weise verletzt.
Hinzu kommt, daß diejenigen Menschen, die im Hinblick auf eine bestimmte Wahl der Kleidung von "Gehirnwäsche" sprechen, meist noch einen zweiten Fehler begehen: Sie glauben, die betreffende Person kommuniziere über die Kleidung mit ihnen, fühlen sich meist davon angegriffen oder beleidigt ("diese Frau mit ihrem Schleier glaubt, ich sei eine Schlampe, weil ich keinen Schleier trage"). Diese beiden Wahrnehmungsfehler greifen ineinander und bestärken sich gegenseitig.
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