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Lotosfüße PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - Häufige Fragen
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 18. April 2011 um 10:48 Uhr

In China hat man den Brauch der Lotosfüße, bei der die Füße von Frauen zum Zwecke möglichst kleiner Füße bandagiert wurden, verboten - sollte man nicht aus den gleichen Gründen auch die Komplettverschleierung verbieten, da sie doch ebenso schlimm ist?

Der alte chinesische Brauch der  Lotosfüße oder Lilienfüße (chin. 纏足 / 缠足, chán​zú) ist mit derVerschleierung selbst in ihren "strengsten" Formen nicht zu vergleichen.

Die Füße wurden nicht einfach nur bandagiert, sondern mehrfach gebrochen - teilweise mit Hilfe von Steinen. Danach wurden sie so eng bandagiert, daß das Gewebe schlecht durchblutet wurde, lang anhaltenden Fäulnisprozessen unterworden war und teilweise abgestorben ist - ein durchaus erwünschter Nebeneffekt, dem man teilweise nachhalf, indem man Scherben, Schlamm und Würmer unter die Bandagen gab.

Nach Abschluß der Prozedur konnte die Frau kaum mehr gehen - sie war meistens auf Hilfe angewiesen und konnte selbst dann nur kürzeste Strecken zurücklegen. Der Schaden an den Füßen war irreparabel. Daß durch das zugrunde gegangene Gewebe auch die Schmerzempfindlichkeit der Füße in manchen Fällen reduziert wurde, macht die Angelegenheit keinesfalls besser.

Durch die Verkrüppelung der Füße war die Frau in den meisten Fällen an das Haus ihres Ehemannes gebunden, das sie etwa nur in einer Sänfte verlassen konnte.

Ähnlich sind auch Prozeduren wie die so genannten Tellerlippen (Holz- oder Tonscheiben in einer oder beiden Lippen, wobei oft die Schneidezähne und ein Teil des Kieferknochens mit einem Stein herausgeschlagen werden) oder Giraffenhälse (schwere Messingspiralen um den Hals) zu bewerten - sie sind keinesfals mit der Verschleierung zu vergleichen.

Letztlich ist auch der gesundheitliche Schaden, der etwa durch sehr hohe Absätze entsteht, schwerwiegender als alles, was die Verschleierung einer Frau an gesundheitlichen Schäden herbeiführen kann.

 

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