Gesicht

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Term Definition
Gesicht

Das Gesicht umfasst den gesamten Vorderkopf des Menschen, soweit dieser nicht vom Haupthaar bedeckt ist. Nach oben wird das Gesicht durch den Haaransatz begrenzt, nach unten durch die Unterkante des Bartansatzes (manche nehmen als untere Grenze die Unterkante des Unterkiefers an).

Zum Gesicht gehören also die Stirn, die Augenbrauen, die Augen, die Ohren, die Wangen, die Nase, der Mund und das Kinn, aber auch der obere Teil des Vorderhalses.

Das Gesicht dient vor allem auch der Identifikation eines Menschen. Etwa 2 % aller Deutschen sind hierzu aufgrund einer Störung, die sich Prosopagnosie („Gesichtsblindheit”) nennt, nicht in der Lage. Sie können zwar das Gesicht eines Menschen als solches erkennen, jedoch nicht einer bestimmten Person zuordnen. Häufig können sie auch die Mimik nicht deuten. Für sie ist es so, als würde jeder Mensch einen Niqāb tragen, der auch die Augen bedeckt.

Die Identifikation eines Menschen kann mit relativ einfachen Mitteln erschwert werden, indem die Haare die Stirn oder sogar Augenbrauen bedecken oder indem ein Mann sich einen Bart wachsen lässt.

Auch durch eine veränderte Frisur, einen veränderten Bartstil und eine neue Form der Augenbrauen kann die Identifikation erschwert werden.

Mit zusätzlichen Hilfsmitteln wie Färbemitteln für Haar und Bart, einer Perücke, die ggf. auch die Stirn bedeckt oder einem falschen Pony, farbigen Kontaktlinsen, einem falschen Bart, einer (Sonnen-) Brille und natürlich Schminke kann die Identifikation eines Menschen noch weiter erschwert oder sogar verhindert werden.

Mit Hilfe von Schönheitsoperationen kann dem Gesicht ein ganz neues Aussehen gegeben werden - nur wenige Elemente wie etwa die Lage der Augen im Gesicht und ihr Abstand zueinander kann nicht verändert werden.

Wenn Menschen miteinander sprechen, werden alle für das Verständnis wesentlichen Informationen verbal über die Laut-, Gebärden- oder Schriftsprache übermittelt. Stimme und Körpersprache (Mimik, Gestik) wirken als eine Art nonverbaler Verstärker.  Sie sind für die Kommunikation wichtig (vor allem, wenn der Inhalt der verbalen Kommunikation nicht selbsterklärend bzw. nicht aus sich selbst heraus verständlich ist), aber für die Übermittlung wesentlicher Informationen nicht zwingend.

Das Gesicht trägt die Mimik, das Erröten und Schwitzen zur nonverbalen Kommunikation bei.

Nicht eindeutig festzulegen ist, wie stark die Rolle ist, die das Gesicht für die Kommunikation spielt (es ist ein Mythos, die nonverbale Kommunikation mache 93 %, die verbale Kommunikation hingegen nur 7 % der Kommunikation aus). Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Ein Faktor ist, wie verständlich der Redeinhalt ist. Der Mensch achtet um so mehr auf die Körpersprache, je weniger er die Lautsprache bzw. ihren Inhalt versteht.

Europäer achten dabei auf das ganze Gesicht, Ostasiaten hingegen vor allem auf die Augen.

Wenn Europäer Fremdsprachen erlernen, achten sie auf den Mund des Lehrers, um ähnlich klingende Silben unterscheiden zu können.

Die Mimik (die nicht angeboren ist; sich mimisch auszudrücken und die Mimik anderer zu deuten, wird in einem frühkindlichen Stadium erlernt, wobei es starke kulturelle Unterschiede gibt) dient gerade auch dazu, starke Gefühle auszudrücken (Ekel, Angst, Belustigung, Schmerz, Hass usw.). Häufig ist das gar nicht erwünscht, und man versucht relativ oft und meist unbewusst, seine Mimik im Zaum zu halten, also etwa ein belustigtes Grinsen zu unterdrücken, wenn dem Gegenüber ein peinlicher Fehler unterläuft.

Gerade bei manchen Spielen wie Poker ist es wichtig, dass die Mimik beherrscht wird. Nahezu unmöglich ist es, die Bewegungen der Augen zu kontrollieren - und ganz unmöglich ist es, die Reaktion der Pupillen ()Größenänderungen) zu kontrollieren.

Der Mimik verwandt und Bestandteile der nonverbalen Kommunikation (und nicht zu kontrollieren) sind darüber hinaus das Erröten und das Schwitzen.

Der nonverbalen Kommunikation stehen olfaktorische Eindrücke nahe - ob wir jemanden „gut riechen” können oder nicht. 

Der Niqāb schränkt die Kommunikation wie folgt ein:

  • Nicht eingeschränkt:
    • verbale Kommunikation:
      • Lautsprache
      • Gebärdensprache
      • Schriftsprache
    • nonverbale Kommunikation:
      • Stimme
      • Mimik der Augen (wenn diese nicht bedeckt sind)
      • Körperhaltung
      • Gestik
      • olfaktorische Eindrücke
      • Anhaftungen an Körper bzw. Kleidung
      • Kleidung, Frisur, Schmuck, Make-up, Tätowierungen
  • Eingeschränkt:

Der Niqāb schränkt die nonverbale Kommunikation also bei weitem nicht vollständig ein. Von Bedeutung ist hierbei, ob die für die Mimik so wichtigen Augen bedeckt sind oder nicht.

Übrigens gibt es eine dem Niqāb vergleichbare Mimik-Barriere da, wo „Weiße” und Asiaten aufeinander treffen. Asiaten verwenden zum Ausdrücken und Verstehen der Mimik vor allem die Augen, „Weiße” eher die Mundregion, wie Studien mit Europäern, Amerikanern, Chinesen und Japanern ergeben haben.

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