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Am 25. Dezember hat sich im Nordwesten Pakistans eine Frau in die Luft gesprengt und dabei mehr als 40 Personen mit in den Tod gerissen, die bei einer Essensausgabe anstanden.
Das wirklich Interessante an diesem sogenannten Selbstmordattentat (von "Selbstmord" zu sprechen, ist freilich irreführend) ist einzig die Tatsache, daß es sich um das erste bestätigte Attentat dieser Art handelt, daß eine pakistanische Frau ausgeführt hat.
In den Medien schien aber wichtiger zu sein, daß sie eine " Burka" trug, und so wird sie denn auch von manchen Journalisten als "Schleierbomber" bezeichnet.
Und natürlich fördert dieses Attentat zum einen Ängste vor verschleierten Muslimas, zum anderen aber auch Begehrlichkeiten, die "Burka" zu verbieten - hier in Europa.
Dabei sollte man nicht vergessen, daß die Burqa, die von der Terroristin getragen wurde, in Pakistan eine andere Bedeutung hat als in Europa. Sie ist dort weit verbreitet, anders anders als hierzulande.
Es ist freilich auch anzunehmen, daß die traditionelle pakistanische Burqa nicht die einzige Tarnung der Terroristin war - wir erfahren hier nur nicht mehr als eben das mehr oder weniger in die Irre führende Stichwort "Burka". Hat sie vielleicht gehumpelt, ist an einem Stock gegangen, vielleicht vornüber gebeugt wie eine alte oder kranke Frau, war besonders ärmlich gekleidet? All das könnte sein, erfahren werden wir es wohl nie - schon gar nicht würde man solchen Details die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie der Tatsache, daß sie eine "Burka" trug - nicht irgend einen Ganzkörperschleier, sondern die dort weit verbreitete Burqa, die mit dem Stoffnetz vor den Augen, nicht den Schleier, der hier meistens und fälschlich als "Burka" bezeichnet wird, die Kombination eines langen Mantels oder Umhangs mit einem Niqab.
Hätte ein Burkaverbot in Pakistan dieses Attentat verhindert? Natürlich nicht, keinesfalls. Die Attentäterin hätte sich dann halt anders getarnt. Kein Terrorist ist auf einen Schleier angewiesen; anders als in Europa kann er in Pakistan oder einem anderen Land, wo er verbreitet ist, eher zur Tarnung dienen - aber auch nur dort, wo die Sicherheitskontrollen eher lasch sind oder aber der Attentäter Glück oder Helfer unter den Sicherheitsbediensteten hat (hier wurde die Attentäterin allerdings trotz Schleier sehr wohl von Sicherheitskräften gestoppt, was aber den Anschlag dann doch nicht verhindern konnte).
Ein Schleier ermöglicht keine Terroranschläge, ein Verbot verhindert sie nicht. Dieses schreckliche Attentat wäre auch ohne die Burqa geschehen - wäre auch mit westlicher Kleidung möglich gewesen. Die Frau stand ja, soweit mir bekannt, auf keiner Fahndungsliste, wurde nicht gesucht, hätte man ihr Gesicht gesehen, wäre das Attentat nicht verhindert worden.
Von daher ist die Information, daß die Terroristin einen Schleier trug, eine Aussage, die zur Nachricht nicht wirklich etwas beiträgt, die man getrost hätte weglassen können. So wird nur die Angst vor verschleierten Frauen genährt. Von daher wären die Journalisten besser beraten gewesen, dieses unwichtige Detail wegzulassen, ihm keinesfalls die Beachtung zu schenken, die ihm letzten Endes zuteil wurde, zum Nachteil all der komplett verschleierten Frauen, die so unter einen Generalverdacht geraten.
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