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Ich pflege mit www.Burkaverbot.de eine recht arbeitsintentive Home Page zu einem Thema, dem ich eigentlich eher ablehnend gegeüberstehe: Ich wünsche mir nämlich, daß die hier im Westen lebenden muslimischen Frauen auf Kopftuch und Schleier verzichten, sich "westlich" kleiden. Ich kann keinen Sinn darin sehen, hier im Westen Kopftuch oder Schleier zu tragen.
Dennoch bin ich der festen Überzeugung, daß es gut und richtig ist, sich für das Recht derjenigen Frauen einzusetzen, die hierzulande Kopftuch oder sogar Schleier tragen wollen. Für mich gehört die Religionsfreiheit zu den wichtigsten Freiheitsrechten, und von Seiten der Mehrheitsgesellschaft ist dieses Recht auf freie und ungestörte Ausübung der Religion vor allem dort gefährdet, wo Frauen muslimischen Glaubens gemäß ihrer Interpretation des Islam ein Kopftuch oder einen Schleier tragen wollen. Da kann ich einfach nicht schweigen.
Zugleich stört es mich ungemein, wenn ich sehe, wie Muslimas mit Kopftuch oder Schleier gegen die Juden und für die Hamas demonstrieren, israelische oder amerikanische Flaggen verbrennen, gegen die Meinungsfreiheit ankämpfen. Ich bin entsetzt, wie oft ein fundamentalistisacher, gewaltbereiter Islamismus in Gestalt einer Kopftuch oder Schleier tragenden Frau daherkommt. Aber ich sage mir: Aber selbst wenn 90 % der sich verschleiernden Frauen Extremistinnen wären (und dem ist freilich nicht so), müßte ich mich für die 10 %, die es nicht sind, doch einsetzen und ihre Rechte verteidigen. Hinzu kommt: Religionsfreiheit ist kein Recht, das man sich verdienen muß, keine Medaille für staatsbürgerliche Treue. Dieses Recht haben auch jene, die gegen unsere Gesellschaft sind, die uns hassen und verachten. Religionsfreiheit ist ein Recht, das keine Voraussetzungen kennt, damit es ausgeübt werden darf.
Natürlich machen es mir jene Frauen, die einerseits Kopftuch und Schleier tragen, andererseits ganz offensichtlich einem fundamentalistischen, gewaltbereiten, antiwestlichen und antismeitischen (nicht zu vergessen: missio- und apostophoben) Islamismus folgen, nicht gerade einfach, mich für ihre Rechte einzusetzen.
Wie soll man es denn bitte schön erklären, daß der Schleier kein Symbol des Bösen ist, wenn so viele Frauen mit Kopftuch und Schleier ein Zeugnis des Gegenteils sind, Zeuginnen der Anklage? Wo sind die Zeuginnen der Verteidigung, die aufstehen gegen jene Strömungen des Islam, die uns hassen, die uns verachten, die uns vernichten wollen, die stets und ständig empört sind und ihrer Empörung immer und immer wieder durch Gewalt Ausdruck verleihen?
Ja, es gibt sie, aber man sieht sie kaum. Das liegt zum Teil an ihnen selbst, zum Teil freilich auch daran, daß etwa unsere Medien kaum ein Interesse haben, sie zu zeigen, zu Wort kommen zu lassen.
Es wäre hilfreich, sie würden sich mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit wenden, sie würden das Bild erschüttern, daß hier im Westen weit verbreitet ist.
Natürlich haben diese Frauen in dieser Sache keine "Bringschuld". Niemand ist verpflichtet, sich für das Verhalten anderer aus der Gruppe, zu der er vermeintlich oder tatsächlich gehört, zu entschuldigen, sich zu distanzieren. Man kann das nicht verlangen, nicht einfordern, nicht zur Voraussetzung für ihnen zu gewährende Rechte machen. Aber es wäre ungemein hilfreich, es würde die ganze Situation gewaltig vereinfachen. Manchmal wird das Schweigen als sehr beredt empfunden.
Natürlich sollte unsere Gesellschaft auch ohne dieses Entgegenkommen muslimischen Frauen das Recht gewähren, ihre Religion auch durch das Tragen von Kopftuch und Schleier frei und ungestört auszuüben. Das mangelnde Entgegenkommen kann die zunehmend ablehende Haltung gegen Kopftuch und Schleier nicht entschuldigen, aber doch ein Verstehen ermöglichen.
Natürlich: Jedes Entgegenkommen seitens der Frauen mit Kopftuch und Schleier findet in den Medien weithin nicht das Echo, das nützlich und gut wäre. "Verschleierte Frauen gegen Islamismus und Terror" wäre keine Schlagzeile, die sich verkauft. Schleier und Bombe, Schleier und brennende Flaggen, Schleier und Unterdrückung - das verkauft sich.
Es bleibt aber auch nach Abzug dieses Postens die ernüchternde Erkenntnis, daß Kopftuch und Schleier tragende Frauen zu wenig tun, um ein positives Bild von sich zu zeichnen, ja, sogar im Gegenteil oft genug ein negatives Bild von sich zeichnen.
Es ist und bleibt natürlich für eine Kopftuch oder Schleier tragende Frau schwierig - und diese Schwierigkeiten nehmen zu -, in dieser Gesellschaft Kontakte zu Frauen aus der Mehrheitsgesellschaft zu knüpfen, hier multikulturelle und multireligiöse Freundschaften. Aber genau das wäre so unendlich wichtig.
So steht am Ende meiner Gedanken zum Thema der Wunsch, daß christliche Frauen vermehrt auf Kopftuch und Schleier tragende Muslimas zugehen, Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen. Auf dieser Ebene kann und muß es beginnen, daß wir einander helfen, voneinander lernen, miteinander feiern - gemeinsal leben, miteinander und nicht nebeneinander oder gar gegeneinander.
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