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Nach einer Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sind Kopftuch tragende Muslimas weniger gut integriert als solche, die kein Kopftuch tragen. Das berichtet jedenfalls das ZDF: Schlecht integrierte Kopftuchträgerinnen.
Das ZDF weist auch darauf hin, daß den Urhebern der Studie die Ursachenforschung schwer falle.Unbestritten ist wohl, daß zum einen viele der Kopftuchträgerinnen erst im Erwachsenenalter eingewandert seien, zum anderen verfügen diese Frauen in der Tendenz über das schlechteste Bildungsniveau aller Einwanderinnen mit muslimischem Hintergrund.
Vor diesem Hintergrund fordert die Studie besondere Qualifizierungsmaßnahmen für muslimische Frauen mit Kopftuch.
Unklar bleibt letztlich - zumindest im ZDF-Bericht - auch, wie viele der Kopftuch tragenden Muslimas tatsächlich schlecht integriert sind und bei wie vielen von ihnen die Integration gelungen ist.
Zwischen den Zeilen weist die Studie darauf hin, daß 88 % der Kopftuch tragenden Frauen den Hijab ganz und gar freiwillig tragen. Lediglich 12 % der für die Studie befragten Frauen gaben an, "dass Erwartungen bzw. Forderungen von Seiten der Familie, des Partners oder der Umwelt eine Rolle spielen". Offen bleibt, wie viele Muslimas, die kein Kopftuch tragen, damit entsprechenden "Erwartungen bzw. Forderungen" entsprechen - denn das gibt es freilich auch, daß Muslimas sich gerne bedecken würden, es aber letztlich unterlassen.
Erwartungen, Forderungen und auch Zwänge gibt es letzten Endes auf beiden Seiten, auch wenn man hierzulande auf einem Auge meist eher blind ist und jene Frauen ignoriert, die sich gerne bedecken würden, dies aber aufgrund von Erwartungen, Forderungen und Zwängen nicht tun.
Daß derartige Zwänge, Forderungen und Erwartungen, wenn sie etwa aus der Mehrheitsgesellschaft kommen, nicht unbedingt förderlich für die Integration muslimischer Frauen sind, dürfte sich von selbst verstehen - wer sein Leben nicht frei gestalten und verwirllichen kann, wird eher wenig Interesse daran haben, den Integrationserwartungen gerecht zu werden.
Von daher kann ein Kopftuchverbot niemals integrationsfördernd sein, und wer die genannte Studie dennoch so interpretiert und solche Forderungen erhebt, wird der Wirklichkeit nicht gerecht werden.
Letztlich ist nicht das Kopftuch oder der Schleier das Problem. Es kann einen Zusammenhang geben zwischen dem Tuch und schlechter Integration - aber weder sind alle Kopftuch tragenden oder verschleierten Frauen schlecht integriert, noch sind alle Frauen, die "oben ohne" sind, guit integriert. Das Tuch kann ein Hinweis, ein Symptom sein - mehr aber nicht.
Wichtig ist sicherlich, die Integration Kopftuch oder Schleier tragender Frauen dort, wo es nötig ist, kultursensibel zu fördern. Nicht förderlich ist freilich ein Kopftuch- oder Burkaverbot.
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Kommentare
Wenn von Frauen erwartet wird, das Kopftuch abzunehmen, ist dies für eine Integration ins Berufsleben nicht förderlich. Das gilt auch etwa für Kunden im Supermarkt, die nicht von einer Kassiererin mit Kopftuch bedient werden wollen. Letztlich sind diese es ja, die dafür sorgen, daß die Chefs den Frauen das Kopftuch verbieten oder keine Frauen mit Kopftuch einstellen.
Die Integration Kopftuch tragender Frauen würde sich schlagartig verbessern, wenn die Mehrheitsgesell schaft kein Problem mit Kopftuch und Schleier hätte, sondern das akzeptieren würde.
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