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Warum eigentlich glauben so viele Verlage, sie müßten ihre Bücher, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel usw. über den Islamismus, über einen islamistischen Terrorismus, über islamischen oder auch nur religiösen Fundamentalismus, über die Frauen im islam, über eine gescheiterte Integration usw. usf. mit Bildern von verschleierten Frauen schmücklen?
Mir fällt das wieder und immer wieder auf, und es regt mich maßlos auf - zumal in dieser Häufung.
In anderen Publikationen zum Thema Islam, die nicht die "Krawall-Themen" zum Inhalt haben, muß man die verschleierten Frauen dagegen mit der Lupe suchen, da findet man allenfalls eine Kopftuch tragende Frau (nach Möglichkeit jung, lächelnd, modern gekleidet und nett geschminkt).
Ich möchte nicht wissen, in wie vielen Köpfen diese Häufung hier und das Fehlen dort zu einer Gleichsetzung von Schleier einerseits und Islamismus, Fundamentalismus, Unterdrückung, Terror andererseits geführt hat.
Als die Selbstmordattentäerinnen zum letzten Anschlag in der Moskauer U-Bahn fuhren, da trugen sie ganz normale westliche Kleidung - Mitreisenden im Bus auf dem Weg nach Moskau fielen nur die unförmigen Hüften auf. Dennoch erscheinen diese Frau in unseren Köpfen ganz selbstverständlich mit komplettem Schleier, schwarz wie die Nacht, wurden als eine der ersten Maßnahmen Schleierverbote gefordert.
Es wird Zeit, daß die Verlage und die Autoren und die Redaktionen und die Grafikgestalter in diesem Zusammenhang zurückhaltender werden, die verschleierten Frauen nicht zu einem Vorzugsmotiv für die Darstellung eines fundamentalistischen oder sogar terroristischen Islam verwenden, nicht länger für ein Zerrbild sorgen.
Man darf die Macht der Bilder nicht unterschätzen, und diejenigen Leute, die Bilder für die Cover und Titelseiten aussuchen, tragen eine große Verantwortung.
Hinzu kommt, daß viele Bilder bewußt so ausgesucht oder bearbeitet werden, daß die Wirkung verstärkt wird. Bei Fotos spielen ja Faktoren wie Brennweite, Perspektive, Blende, Belichtung, Einfärbung usw. eine enorme Rolle - schon ob eine Person nach links oder nach rechts guckt, macht einen ernormen Unterschied. Verwendet man beim Zuschnitt die "Goldene Regel", führt dies zu einer anderen Wirkung des Bildes gegenüber einem "verschnittenen" Bild.
Mir fällt auf, daß nicht selten Techniken verwendet werden, die eine verschleierte Frau eher in einem schlechten Bild erscheinen lassen. Ich arbeite nun einmal selbst mit Fotos - da wird man sensibel für kleine Tricks der Kollegen, mit denen diese eine bestimmte Wirkung ihrer Werke erzielen wollen.
Fotos, die verschleierte Frauen in einem guten Licht erscheinen lassen, finden sich in unseren Medien seltener - wieder etwas, das sich einprägt. Denn auch wer die Geheimnisse der Lichtbildnerei nicht kennt, nimmt die Wirkung wahr und versteht die vom Lichtbildner gewollte Aussage.
Von daher ist es wohl wichtig, dem Strom negativ darstellender Bilder komplett verschleierter Frauen etwas entgegenzusetzen, die Frauen in einem besseren Licht darzustellen, das ihrem Wesen entspricht und sie nicht verzerrt.
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