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Niqab-Trägerinnen psychisch gestört? PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - Blog
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 01. Mai 2010 um 14:41 Uhr

Ich habe die Sendung Phoenix Runde: Weg mit der Burka - Zwang zur Integration? am 28. April 2010 nicht gesehen (werde das freilich baldmöglichst nachholen), aber dem Kommentar "Der Islam" - Wir können es nicht mehr hören!!! von Poletician Shark entnehme ich, daß der Moderator Alexander Kähler gesgat haben soll, es könne ja mit einer psychischen Störung zusammenhängen, daß Konvertitinnen sich dafür entscheiden, den Niqab aus freien Stücken zu tragen. Poletician Shark ist zuzustimmen: Das schlägt dem Faß den Boden aus.

Ich werde mir die Aufzeichnung der Sendung noch einmal ansehen, aber ich habe keinen Grund, an der Aussage Poletician Sharks zu zweifeln. Damit auf jeden Fall hat die Burkadebatte einen neuen Tiefpunkt erreicht. 

Bedauerlich auch, daß keine komplett verschleierte Frau in der Phoenix-Runde aanwesend war, man wieder einmal nur über sie statt mit ihnen gesprochen hat. Es gibt doch genügend selbstbewußte, emanzipierte komplett verschleierte Muslimas, die man zu einer solchen Runde einladen könnte, so daß man nicht schon wieder Serap Cileli zuhören muß, für die ihr Verständnis von Emanzipation die einzig gültige Wahrheit darstellt, die polemisch-missionarisch vertreten werden muß.

Haten wir fest: Das postmodern-westliche Verständnis von Emanzipation und Gleichberechtigung ist nicht das einzige Verständnis davon - und wer Frauen auf dieses Verständnis verpflichten will und allen, die sich für ein anderes Verständnis aussprechen, etwa psychische Störungen unterstellt, macht sich des Kulturassismus schuldig.

Wer Frauen das Recht zubilligt, emanzipiert und gleichberechtigt zu sein und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, der muß ihnen auch das Recht zugestehen, zu einem anderen Verständnis von Emanzipation und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung zu kommen als die westlich-postmoderne Frauenrechtlerin. Die westliche Postmoderne hat kein Monopol auf Emanzipation und Gleichberechtigung.

 

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