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"Wir können nicht zulassen, daß manche das Recht für sich in Anspruch nehmen, andere anzuschauen, ohne selbst gesehen zu werden" - mit diesen Worten wird Daniel Bacquelaine, der Fraktionsvorsitzende der frankophonen Liberalen in Belgien und einer der wichtigsten Rädelsführer der Anti- Burka-Kampagne im Parlament, in den Medien zitiert.
Ganz offen gesprochen: Ich empfinde diesen Satz als absolut hanebüchernen Unsinn. Man muß diese Logik nur einmal konsequent zu Ende denken, über Niqab, Burqa & Co. hinaus. Wir müssen wir alle dann bald durch die Gegend laufen, wenn diese Forderung zur Maxime des Miteinanders in der Öffentlichkeit wird?
Darüber hinaus setzt dieser Gedanke voraus, daß es den komplett verschleierten Frauen ausschließlich oder wenigstens hauptsdächlich darum geht, andere Menschen zu begaffen (und ich bekomme die Frage nicht aus dem Kopf, ob der Belgier da von sich selbst auf andere schließt). Man geht also von der schlechten Absicht aus, ohne freilich belegen zu können, daß diese Absicht denn auch wirklich vorhanden ist.
Es ist meine Überzeugung, daß jeder Mensch das Recht hat, sich von Personen nicht betrachten bzw. nicht erkennen zu lassen, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist (etwa auf einer Behörde, wenn man sich anmeldet o.ä.). Das rechtliche Spektrum reicht von "man hat das Recht, sich als 'Gaff-Objekt' zur Schau zu stellen", solange es nicht wider die guten Sitten ist, bis zu "man hat das Recht, sich nicht jeder wildfremden Person zu zeigen", solange es nicht unbedingt erforderlich ist.
Aber es scheint ohnehin viele Männer zu geben, die sich darüber ärgern, daß die "lüsternen Südländer" unsere "weißen Mädchen" anschauen, aber "ihre Frauen" vor uns verstecken, auch wenn dieser Verdacht nicht nur unsinnig, sondern auch rassistisch ist.
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