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Nach Frankreich wird nun auch in Italien über ein Schleierverbot diskutiert. Frauenministerin Mara Carfagna möchte das "Vermummungsverbot" revidieren, damit es das Tragen eines Schleiers verbietet.Das würde bedeuten, komplett verschleierte Frauen zu kriminalisieren und unter einen Generalverdacht zu stellen.
Carfagna schlägt vor, Muslimen die italienische Staatsbürgerschaft zu verweigern, wenn sie ihre Frauen zwingen, einen Gesichtsschleier zu tragen. Nicht herausfinden konnte ich, wie sie feststellen will, welche Männer ihre Frauen dazu zwingen - oder ob sie einfach grundsätzlich von einem Zwang ausgeht, wenn Frauen sich verschleiern. Ihren weiteren von Sachkenntnis ungetrübten Äußerungen läßt sich entnehmen, daß dies wohl tatsächlich der Fall ist.
Die Ministerin hält den Schleier für kein "religiöses Symbol", sondern betrachtet es Medienberichten zufolge als "Akt der Unterdrückung der Männer gegenüber der Frau... Auf diese Weise will man die Frauen lebenslang unmündig halten. Den Gesichtsschleier zu verbieten, heißt die jungen Migrantinnen von den Ghettos zu befreien, in denen man sie halten will".
Wie so viele andere Schleiergegner auch, übersieht Carfagna, daß viele der komplett verschleierten Frauen Konvertitinnen sind, also junge Italienerinnen ohne islamische Wurzeln. Viele von ihnen sind unverheiratet - und tragen den Schleier freiwillig.
Diese Frauen will Carfagna entmündigen. Ob sie ihnen auch die italienische Staatsbürgerschaft entziehen will, entzieht sich meiner Kenntnis.
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