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Burkaverbot - Blog
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 27. Januar 2012 um 12:07 Uhr

Ralp Giordano war es, der einst verschleieter Frauen als "menschliche Pinguine" beleidigte - und bis heute scheint er unbelehrbar zu sein; denn in einem  Interview mit dem Hamburger "Abendblatt" erklärt er:

"Ich habe bei dieser Diskussion leider nicht so reagiert, wie ich hätte reagieren sollen. Denn das ist wirklich das Unverschämteste, sich als Beschützer der Frauen aufzuführen und mir vorzuwerfen, ich hätte sie als 'menschliche Pinguine' bezeichnet. Das richtete sich doch selbstverständlich nicht gegen die Frauen, sondern gegen die, die Frauen als Pinguine verkleiden! Das zentrale Problem ist die Rolle der Frau im Islam. Und niemand, der eine solche Rolle der Frau befürwortet, ist integriert. Zur Integration gehört, dass die Stellung der Frau vollkommen gleichberechtigt ist. Es gibt einen wunderbaren Spruch, nicht auf meinem Mist gewachsen: Wenn denn das offene Haar der Frau die Begierde der Männer erweckt, wäre es dann nicht besser, es gebe Handschellen für die Männer anstatt Kopftücher für die Frauen?"

Giordano kann offenbar nicht begreifen, daß muslimische Frauen das Kopftuch oder den Schleier durchaus auch freiwillig tragen - und eben nicht gezwungenermaßen.

Im Übrigen - auch hier erweist sich Giordano als unbelehrbar - ist es ja nicht so, daß verschleierte Frauen glauben, alle Männer würden durch den Anblick einer unverschleierten Frau erregt, sondern daß es eben solche Männer gibt. Es ist ja nicht einmal der maßhebliche Grund für eine Frau, sich zu verschleiern, daß sie möglicherweise Begierden weckt und lüsterne Blicke erntet. Wer die Verschleierung auf dieses Motiv reduziert, wie Giordano es offensichtlich tut, der hat wirklich nichts verstanden.

Da aber Giordano offenbar nur über muslimische Frauen reden kann und nicht mit ihnen, wird er es wohl auch nie verstehen - wie so viele andere.

Kommen wir noch einmal zu den "Pinguinen", von denen es ja nicht weit ist zur "Stoffkäfighaltung" und ähnlichen Beleidigungen. Giordanos "Pinguine" sind in der Regel Frauen, die den Schleier nicht aus traditionellen Gründen tragen, sondern sich dafür entschieden haben. Wenigstens ein Drittel von ihnen sind zum Islam konvertierte Deutsche, ein weiteres Drittel stammt aus einem islamischen Umfeld, in dem jedoch zum Teil nicht einmal das Kopftuch gang und gäbe ist. Viele dieser Frauen tragen den Schleier gegen den Willen ihrer Familie, ihres Ehemannes, ihrer islamischen Umwelt. Die Frauen entscheiden sich aus freien Stücken dafür, und wer ihnen das verwehren will, verweigert ihnen Gleichberechtigung und die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens mit der Freiheit, ihre Religion nach eigenen Vorstellungen zu leben.

Gleichberechtigung bedeutet eben auch, daß frau selbst entscheiden und bestimmen darf, wie sie ihr Leben lebt. Alles andere ist nicht Gleichberechtigung, sondern Assimilation und Totalitarismus.

 

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