Startseite Blog Im Wirbel die Orientierung verloren

Social Bookmarks

Add to: Mr. Wong Add to: Webnews Add to: Icio Add to: Oneview Add to:  FAV!T Social Bookmarking Add to: Favoriten.de Add to: Seekxl Add to: Social Bookmark Portal Add to: BoniTrust Add to: Power-Oldie Add to: Bookmarks.cc Add to: Newskick Add to: Newsider Add to: Linksilo Add to: Readster Add to: Yigg Add to: Linkarena Add to: Digg Add to: Del.icoi.us Add to: Reddit Add to: Simpy Add to: StumbleUpon Add to: Slashdot Add to: Netscape Add to: Furl Add to: Yahoo Add to: Blogmarks Add to: Diigo Add to: Technorati Add to: Newsvine Add to: Blinkbits Add to: Ma.Gnolia Add to: Smarking Add to: Netvouz Add to: Folkd Add to: Spurl Add to: Google Add to: Blinklist Information
Social Bookmarking
203291
Im Wirbel die Orientierung verloren PDF Drucken E-Mail
Burkaverbot - Blog
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 16. Januar 2012 um 14:22 Uhr

Der NDR hat einen TV-Beitrag unter dem Titel  Wirbel um islamisches Einkaufszentrum veröffentlicht, bei dem man sich schon wundern muß, was mit unseren Gebühren geschieht. Thema ist ein in Hamburg-Harburg entstehendes Einkaufszentrum, das sich besonders an Muslime richtet. Im Wirbel um dieses Einkaufszentrum ist die Orientierung aber schnell verloren.

Es beginnt mit einer problematischen Aussage am Anfang des Beitrags. Da heißt es zuerst "Integration eben", um dann zu erklären: "Strenggläubige Muslime achten aber auch in Norddeutschland auf traditionelle Verhüllung". Damit wird der falsche Eindruck erweckt, daß die "traditionelle Verhüllung" einen Gegenatz zur "Integration" darstelle.

Bleiben wir bei dieser Szene. Die Sprecherin behauptet, "strenggläubige Muslime" achteten auf "traditionelle Verhüllung", und die Geschäftsfrau Noura Abdi biete in ihrem Internet-Shop "unter anderem Burqas" an.

Allerdings hat die Verschleierung für strenggläubige Muslime nun einmal nichts mit Traditionen zu tun, sondern mit Religion. Hier wird also mit dem kleinen Wörtchen "Tradition" eine Bewertung vorgenommen und nicht nur objektiv berichtet.

Des weiteren findet man in Frau Abdis  Internet-Shop zwar einen Niqab und auch einen Tscharschaf, aber keine einzige Burqa. Immerhin erscheint in dem Beitrag kein Bild einer Burqa tragenden Frau, was man wohl schon als Pluspunkt vermerken muß.

Merkwürdiger ist allerdings die Geschichte mit der "burkatragenden muslimischen Freundin", die von einer Journalistin für ein Interview mit Frau Abdi "vorgeschickt" wurde (siehe auch diesen Artikel in der "taz"). Diese Freundin und ihr Auftraten bleiben im Beitrag mehr als schleierhaft; Hintergründe und Erklärungen erwartet man vergeblich. Ob die betreffende Frau eher nicht sehr religiös ist und für gewöhnlich auch keinen Schleier trägt, ist sicherlich eine berechtigte Frau - oder ob es lediglich ein Mißverständnis zwischen dieser Frau und Frau Abdi gab, die in der Verschleierung nur einen "Trick" gesehen hat. Warum diese Freundin überhaupt "vorgeschickt" werden muß, bleibt ebenfalls unklar, und ich sehe nicht, warum man den schwarzen Peter Frau Abdi in die Schuhe schieben muß, wenn doch alles nach einem - vorsichtig ausgedrückt - eher ungeschickten Vorgehen der Journalisten aussieht.

Wenn übrigens Frau Abdi nach dem Koran empfiehlt, "sage der gläubigen Frau, sie soll ihre Reize nicht stellen zur Schau ihre Keuschheit nicht verschenken und ihre Blicke senken" (siehe im Koran 24,31; 33,59 usw.), so soll das dem Beitrag zufolge "radikal" sein, ebenso ihr Aufruf, "die Da'wa in Deutschland voranzubringen", also die "Einladung zum Glauben" (im Betrag ist an dieser Stelle von "Missionierung" die Rede).

In dem Beitrag geht es natürlich vor allem um die Frage, ob Frau Abdis Absicht, im Hinblick auf das geplante Einkaufszentrum  nur mit Muslimen zusammenzuarbeiten, gegen das sogenannte Diskriminierungsverbot verstößt. Persönlich sehe ich es so - die Regel bestätigende Ausnahmen sind denkbar -, daß nur Angehörige einer Minderheit von einer dieser feindlich gesinnten Mehrheit tatsächlich diskriminiert werden können, warum ja auch "positive Diskriminierung" der Minderheit durch die Mehrheit für gewöhnlich nicht als echte Diskriminierung gesehen und belangt wird.

Solange aber in Deutschland verschleierte Muslimas wie Frau Abdi praktisch keine Möglichkeit haben, einem Beruf nachzugehen, weil sie nämlich in der Arbeitswelt diskriminiert werden, solange ist der Vorwurf an Frau Abdi, mit ihrem Anliegen diskriminiere sie, einfach nur absurd - ehe man versucht, den Splitter aus Frau Abdis Augen zu ziehen, sollte man sich vielleicht lieber mit dem Balken im Auge der Mehrheitsgesellschaft befassen.

 

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln, die allgemeinen Nutzungsbedingungen, die Erklärung zum Datenschutz und den Haftungsausschluß im Impressum.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.

AdministrationXML Sitemap