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Wie die "Frankfurter Neue Presse" heute berichtet, wollte die sogenannte Burka-Frau - eine Angestellte muslimischen Glaubens der Stadtverwaltung Frankfurt am Main -33.628 Euro Abfindung.
In früheren Berichten war stets von 40.000 Euro die Rede. Jenen früheren Berichten zufolge war dies mutmaßlich dem Vorpreschen eines ersten Anwalts der Frau zu verdanken; ein zweiter Anwalt forderte dann rund 18.000 Euro, was sechs Monatsgehältern entsprochen haben soll. Nach rund zwanzig Jahren im Dienst der Stadtverwaltung Frankfurt am Main sicherlich keine überhöhte Forderung, das entspricht 900 Eurp pro Jahr. In Deutschland beträgt die sogenannte Regelabfindung etwa ein halbes Bruttomonatseinkommen pro Beschäftigungsjahr.
Die Muslima hat schließlich auf die Abfindung verzichtet - der Stadtverordnete Wolfgang Hübner (Freie Wähler) findet das allerdings rätselhaft. "Es sei nicht auszuschließen", so wird er in dem Artikel zitiert, "'dass von dritter, nicht öffentlich kontrollierbarer Seite interveniert wurde'".
Nun, wenn ich böse wäre, würde ich sagen, Hübner hat Recht - einige Damen und Herren aus der Frankfurter oder hessischen Politik haben die Burka-Frau auf beste Verbindungen deutscher Behörden zu einigen bundesweit auftretenden Außendienstmitarbeitern hingewiesen, die jahrelange Erfahrung und etwa im Umgang mit Döner-Männern beste Resultate vorzuweisen haben und sicherlich auch eine Burka-Frau beeindrucken können.
Nun, ganz so böse bin ich dann doch nicht. Meine persönliche Vermutung: Die Frau hatte seinerzeit einfach genug von der Hexenverfolgung, die gegen sie losgetreten worden war und im öffentlichen Dienst ihresgleichen sucht.
Nun gut, kommen wir wieder zur "Frankfurter Neuen Presse". Zwei Dinge sind zu sagen.
Erstens - es ist beleidigend, die Frau muslimischen Glaubens als "Burka-Frau" zu bezeichnen und somit auf ihren Schleier zu reduzieren. Ein Baptist etwa ist ja auch kein "Tauf-Mann".
Wer von einer "Burka-Frau" spricht, setzt sie herab, nimmt ihr ihren Namen, entmenschlicht sie damit, grenzt sie aus (noch schlimmer war freilich jene Zeitung, die die Burka kommt nicht ins Amt titelte und damit die "vollverschleierte Angestellte" mit ihrer "Burka" gleichsetzte).
Mit der Bezeichnung "Burka-Frau" wird diese Frau muslimischen Glaubens ausgegrenzt; die Burka fungiert als Bollwerk zwischen der Frau und dem Leser, damit ja kein Mitgefühl aufkommt, kein Gefühl der Mitmenschlichkeit, der Anteilnahme. Sie gehört ja nicht zu uns, ihr Schicksal betrifft uns nicht.
Zweitens trägt die Frau wohl eher keine Burqa, sondern einen Niqab. Das Bild einer Burqa tragenden Frau in dem Artikel wird allerdings nicht einmal als "Symbolbild" o.ä. bezeichnet. Aber diese Verwendung einer irreführenden Illustration ist in diesem Falle ja wiederholtes Tatwerkzeug der schreibenden Zunft gewesen - Burka sells. Mit dem Bild einer Niqab tragenden, ihre Augen zeigenden Frau hätte man die Artikel kaum so reißerisch gestalten können.
Verschleiert im öffentlichen Dienst?
Verschleiert im öffentlichen Dienst?
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