- ... darfst du dich nicht wundern, wenn du angegriffen wirst...
- ... darfst du dich nicht wundern, wenn du keinen Arbeitsplatz bekommst...
- ... darfst du dich nicht wundern, daß die Leute dich für unterdrückt halten...
- ... darfst du dich nicht wundern, wenn die Leute dich für eine Terroristin halten...
- ... darfst du dich nicht wundern, wenn die Leute den Islam für frauenfeindlich halten...
- ... darfst du dich nicht wundenr, wenn andere Muslime dich für unsolidarisch halten...
Also ist es besser, du verzichtest auf die Burka.
Ist es wirklich so einfach?
Wir dürfen nicht vergessen: Nicht die Burka greift Frauen an - Menschen tun das. Nicht die Burka wirft Frauen hinaus - Menschen tun das. Nicht die Burka unterdrückt Frauen - Menschen tun das. Nicht die Burka ist Terror - Menschen terrorisieren andere. Nicht die Burka ist frauenfeindlich - Menschen sind frauenfeindlich. Nicht die Burka ist unsolidarisch - Menschen sind es.
Wenn man einer westlichen Frau sagt: "Zieh dich nicht wie eine Schlampe an, damit du nicht vergewaltigt wirst", dann wird sie sagen: Nicht Kleidung vergewaltigt Frauen - auch nicht Alkohol oder Flirten oder was sonst -, sondern Männer tun das. Wer zum Tragen verhüllender Kleidung aufruft, gibt diesen Männern Recht, läßt sie den Sieg davontragen.
Das läßt sich interessanterweise eins zu eins auf die Situation muslimischer Frauen übertragen, denen man sagt: "Trage keinen Schleier, damit du keine Probleme bekommst". Nicht der Schleier verursacht Probleme, Menschen tun das. Vor allem, aber nicht nur, Rechtspopulisten und Islamophobe. Wer deswegen auf den Schleier verzichtet, läßt diese Menschen den Sieg davontragen, gibt Rechtspopulisten und Islamophoben und Ausländerfeinden und denen, die Frauen unterdrücken, Recht.
Darum sind Kleidervorschriften zum "Schutz der Frauen" abzulehnen, sie machen ihre Kleidung zum Täter, die so bekleideteh Frauen zu Mittäterinnen - und kehren die Verantwortung und die Schuld derer, die wirklich Probleme machen, unter den Teppich, sie machen das Opfer zum Täter.
Und ja, wer die Schuld für Mißstände bei einem Kleidungsstück sucht und es darum verbieten will, stempelt die entsprechenden Frauen zu Opfern, zementiert damit die Macht der Täter über ihre ohnmächtigen, hilflosen Opfer. So werden die Mißstände nicht beseitigt, sondern verfestigt.
Frauen, die mit Gewalt (von Benachteiligung bis körperlichen Angriffen oder Vergewaltigung) konfrontiert werden, dürfen nicht in einer Opferrolle gehalten werden - sie brauchen Hilfe beim Überleben. Und dazu gehört auch, daß man ihnen deutlich macht, daß sie nicht wegen ihrer Kleidung mit Gewalt konfrontiert worden sind und darum auch keine Schuld an dem haben, was ihnen geschehen ist.
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