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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wird möglicherweise zum geistigen Brandstifter - aus Äußerungen wie Islamisten müßten damit rechnen "getötet zu werden" und "wer anderen nach dem Leben trachtet, kann kein Mitleid erwarten" und seiner Zustimmung zu Otto Schilys Wort "wer den Tod liebt, der kann ihn haben" (siehe hier und hier) entsteht eine erhöhte Gefahr für tatsächliche oder vermeintliche "Islamisten".
Selbst ernannte Wächter von Demokratie, Freiheit, Menschenrechten und christlichem Abendland werden Friedrichs Äußerungen eher früher als später zum vermeintlich wohlbegründeten Anlaß nehmen, mutmaßliche "Islamisten", "Salafisten" und "Fundamentalisten" anzugreifen.
Insbesondere betrifft diese Gefahr komplett verschleierte Frauen - in der verzerrten Wahrnehmung viel zu vieler Bürger stehen sie unter einem Generalverdacht, gelten als radikale Islamistinnen, fundamentalistische Salafistinnen und gefühllose Terroristinnen, potentielle Gefährderinnen und Täterinnen.
Hintergrund sind falsche Informationen sowohl aus rechtspopulistischen Quellen wie "Politically Incorrect", "Bürgerbewegung Pax Europa", "Interessengemeinschaft gegen Salafisten" usw., aber auch aus verzerrt berichtenden Mainstream-Medien, die sich zuletzt die "Salafisten" und auch deren Frauen vorgeknöpft haben.
Wenn Friedrich im Umgang mit den "Terroristen" dreimal vom Töten spricht, wird dies bei empfänglichen Personen auf fruchtbaren Boden fallen.
Das gilt um so mehr, da der Boden mit der irreführenden Berichterstattung über die "Salafisten" während der letzten Wochen und Monate gut vorbereitet ist.
Und da die rechtspopulistisch-islamophobe Szene dem Staat ohnehin nicht zutraut, selbst etwas gegen die "Gefährder" zu unternehmen, fantasiert man unter Verweis auf Art. 20 Absatz 4 des Grundgesetzes - "gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen ein Recht zum Widerstand..." - gerne ein "Widerstandsrecht gegen Islamisten" herbei.
Und da ein Burkaverbot nach Meinung dieser Szene überfällig ist, es dem Staat aber aus Gründen der "politischen Korrektheit" oder aus Angst vor den Islamisten nicht gelingt, ein solches durchzusetzen, droht eine Zunahme verbaler und körperlicher Attacken gegen verschleierte Frauen. Friedrichs Äußerungen sind dabei Öl, das ins Feuer gegossen wird.
Während viele Deutsche in verschleierten Frauen Täterinnen sehen, erkennen viele andere in ihnen Opfer von Zwang und Unterdrückung, die man rücksichtslos befreien und zu ihrem Glück zwingen muß - was freilich diesen Frauen nicht nur keine Hilfe ist, sondern ihnen ihr Leben im Gegenteil erschwert. Wahrgenommen als Täterinnen oder als Opfer sitzen verschleierte Frauen immer zwischen den Stühlen, werden immer auf ihren Schleier und ihre Religion reduziert - und erleben, daß man über sie redet, aber nicht mit ihnen.
Melden sie sich zu Wort und erklären, daß sie weder Täterinnen sind noch Opfer, so glaubt man meist, sie seien entweder Meisterinnen der Täuschung ("Taqiyya") oder aber Opfer einer Gehirnwäsche.
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