Nach Bayern planen auch die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Burkaverbote - Niedersachsen für Schülerinnen, Nordrhein-Westfalen an Gerichten.

Das Verbot für Schülerinnen ist „vollverschleiert“ als ein Verbot für Schülerinnen, „mit ihrem Verhalten oder ihrer Kleidung die Kommunikation im Schulleben erschweren“. Ursprünglich sollte dieses Verbot auch im Hinblick auf Links- oder Rechtsextremismus gelten, doch wurde dies schließlich auf den Nikab muslimischer Schülerinnen zurückgefahren. Ob freilich ein solches Verbot auf den Nikab Anwendung finden kann, werden letzten Endes die Verfassungsrichter entscheiden müssen. Schließlich gibt es keine Studien, nach denen der Nikab die Kommunikation im Schulleben erschwert. Zudem steht das verfassungsmäßige Recht auf Religionsfreiheit nach Artikel 4 des Grundgesetzes einem Burkaverbot entgegen.

Nordrhein-Westfalen beruft sich für das geplante Burkaverbot auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), übersieht dabei jedoch, dass in Deutschland die Religionsfreiheit durch Artikel 4 des Grundgesetzes wesentlich stärker geschützt ist als durch die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), auf die sich der EGMR in seinem Urteil bezieht. Deutschland kennt im Gegensatz zur EMRK keinen Gesetzesvorbehalt für die Religionsfreiheit - lediglich die Grundrechte Dritter oder Grundwertungen der Verfassung können die Religionsfreiheit einschränken, wobei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen ist.

Nordrhein-Westfalen prüft darüber hinaus auch ein Verbot an Schulen und Kindertagesstätten.

In beiden Ländern ist jeweils die im Kielwasser der AfD fischende CDU treibende Kraft hinter den Forderungen nach einem Burkaverbot. Sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen sekundiert die FDP dem rechtspopulistischen Vorstoß der Konservativen, in Niedersachsen stehen sogar SPD und Grüne hinter dem Burkaverbot und wollen die Religionsfreiheit für Muslime einschränken.